Krawatte

krawatte

Roter Schlips

Auch wenn die Krawatte (oder der Schlips) generell als Zeichen der Männlichkeit gilt, so gibt sie dem Mann doch auch eine Möglichkeit, sich in der vorwiegend von Frauen bewohnten Modewelt auszuleben. Eine schöne und passende Krawatte, zusammen mit einem abgestimmten Einstecktuch, kann einen langweiligen Standardanzug zu einem kompletten Outfit vervollstädigen und gibt dem Mann eine Möglichkeit, in einer von grauen, schwarzen und navyblauen Anzügen dominierten Welt, Farbe zu bekennen.

Geschichte

Wann die Krawatte zum ersten mal getragen wurde, ist nicht klar überliefert. Einige Textpassagen, Bilder und Statuen tragen ihren Ursprung aber über 2000 Jahre in die Vergangenheit zurück. Bei einem Punkt sind sich die Modehistoriker aber einig: Nach dem 30-jährigen Krieg im 17. Jahrhundert wurde dem damaligen französischen König Ludwig XIII die sehr erfolgreichen kroatischen Krieger vorgeführt, die an der Seite der Franzosen gekämpft hatten und durch ihre Erfolge als Kriegshelden in Frankreich gefeiert wurden.

Diese Kroaten trugen ein Tuch um den Hals, das Ihre Uniform um den Kragen stabilisierte und ihnen durch seine Farbe die Möglichkeit  gab, sich auf dem Schlachfeld einfach zu erkennen. “Les croates”, oder in ihrer Landessprache “Hrvats” waren also diejenigen, die die Krawatte (man beachte die sprachliche Ähnlichkeit) dem europäischen Adel präsentierten, der sofort Gefallen am dekorativen Tuch fand.
Von da an nahm die Krawatte Ihren Siegeszug in Europa auf sich und ist heute eines der meistverbreiteten Modeaccessoires für Herren.

In der jüngeren Geschichte hat die Krawatte einige Rückschläge und viele Come-Backs verzeichnen können. In den 50er-Jahren verschwand der Schlips von der Bildfläche mit dem Aufkommen der Jugendkultur, wo statt der Krawatte lieber bunte Hemden und Lederhosen getragen werden. Kurz darauf erlebt die Krawatte wieder einen kleinen Hype mit dem Image der Beatles, die sich gerne zugeknöpft der Öffentlichkeit präsentierten bevor die Hippies die Krawatte wieder verschrien. In den folgenden Jahrzehnten tragen viele Rock- und Popstars wieder zum Aufkommen der Krawatte bei, sodass diese so sehr an Popularität gewinnt, dass sie von vielen Firmen in den Dresscode aufgenommen wird.

Heute steht die Krawatte nicht mehr nur für die corporate culture sondern wird oft von modebewussten Männern getragen, die sich damit gerne ausdrücken und sie als Möglichkeit nutzen, ihrer Individualität Ausdruck zu verleihen.

KrawattenknotenKrawattenknopf

Was für eine Krawatte getragen wird hängt sowohl vom Dresscode als auch von der Körperstatur des Trägers und dem Kragen des getragenen Hemdes ab. Neben Farbe, Form und Grösse hat aber auch der Krawattenknopf einen grossen Einfluss auf die Optik und kann das Ensemble komplettieren – oder brechen.

Die vier Klassiker

  • Four-in-Hand
  • Halber Windsor-Knoten
  • Windsor-Knoten
  • Pratt-Knoten

Schmal gebaute Personen tragen gerne eine schmale Krawatte und binden diese bevorzugt mit einem halben Windsorknoten oder mit einem einfachen Four-in-Hand. Auch bei schmalem oder engem Kent-Kragen emfehlen sich diese beiden Variationen.

Breit gebaute Personen oder Personen, die gerne auf klassisch breite Krawatten setzen, binden ihre Krawatte bevorzugt mit einem Windsor- oder einen Pratt-Knoten.  Auch bei einem Shark-Kragen empfehlen sich diese beiden Klassiker.

Eldridge-Knoten bei Grauer KrawatteExtravagante Knoten
Im Verlaufe der letzten Jahre haben auch äusserst extravagante Knoten wie der Eldridge- oder der Tritinyknoten einiges an Popularität gewinnen können. Diese werden vor allem bei breiteren Krawatten gerne eingesetzt und können je nach Musterung der Krawatte ein schönes Muster in den Knoten zaubern (dies gilt vor allem für den Trinity-Knoten)