Johnny Gentleman

Ein Hirsch in London

Hirsch in London

Es war bereits mein fünfter Trip nach London, der sechste ins United Kingdom, und es war wieder ein wunderbarer Trip. Für einmal aber mit der Zielsetzung, alles zu tun, was während der bisherigen Reisen keinen Platz im Zeitplan fand. Vier Tage voller neuer Erlebnisse also.

Am Donnerstagmittag in London Gatwick gelandet mit nichts als einer Tasche Handgepäck war der Ausgang beim bereits bekannten Gatwick Airport schnell gefunden und die Reise mit dem Gatwick Express nach Victoria war schnell angetreten. Einzig die Oyster Card vom letzten Trip musste schnell aufgeladen werden (auch wenn das Guthaben auf der Karte für die öffentlichen Verkehrsmittel nie verfällt, für die Reise ins Stadtinnere reichte der Rest vom letzten Mal nicht mehr aus).

Ein kurzer Zwischenhalt in der Airbnb-Wohnung, um das Gepäck abzuladen und die Erkundung konnte starten. Der zweite Mitbewohner Flavio wurde kurzerhand eingeladen, den Covent Garden zu besuchen. Zwar war der Covent Garden nicht selbst auf der Liste, der Union Jack von Jamie Oliver hingegen schon. Und wenn eine Filiale an dem Ort aufzufinden ist, an dem die besten Musiker der Stadt auftreten dürfen, fällt die Entscheidung, zum Covent Garden zu gehen natürlich einfach. Schliesslich haben bereits Ed Sheeran und James Blunt in ihren Anfangstagen ihre Auftritte im Covent Garden bestritten.

union jackNach der kurzen Stärkung ging’s weiter zu Läden, die noch nie besucht wurden (hier klinkte sich Flavio aus, um seinen eigenen Plänen weiter zu folgen). Speziell zu erwähnen ist sicher der Forbidden Planet, ein Laden, der sich ganz den Comics, der Science Fiction und den Games widmet und der grösste Laden dieser Art der Stadt Londons ist. Ob Comics, Sammelkarten und -figuren, Mangas und Fantasybücher sowie T-Shirts und sämtliche Accessoires (ja, sogar Star Trek- und Deadpool-Krawatten) – jeder Fan der etwas nerdigen Seite wird hier fündig.

Nach dem Shoppingtrip der anderen Art war auch bereits das Abendessen an der Reihe, schliesslich musste ich vor dem Abendprogramm auch etwas gegessen haben. Die nächste Restaurantkette, die London bevölkert, wurde also besucht. Und wie bereits das Union Jack mit seinen exquisiten Arrangements überzeugte das Angus Steakhouse mit seinem namensgebenden Angus-Filet. Für den Preis von insgesamt £45.- für einen Dreigänger mit Getränken und ca. 300gr Angus-Filet rückt das Angus Steakhouse sicherlich auf zu den Favoriten der englischen Restaurantketten.

Nach dem Abendessen vergnügte ich mich im 99 Club. Ein Comedy-Club der in verschiedenen Lokalitäten aufzufinden ist und am Donnerstag mit seinen drei Acts für zwei Stunden puren Lachspass sorgte. Auch die Heimreise mit der Underground war eine kurzweilige. Begeben sich um diese Zeit doch die verschiedensten Gestalten in den Ausgang.

Tag zwei war geprägt von einem geschäftlichen Meeting am Vormittag und dem Besuch der verschiedensten Lokalitäten, Restaurants und Pubs, die bisher noch nie Besucht wurden. Dazu gehören das London Crypt, ein Restaurant in einer ehemaligen Begräbnisstätte Londons die mittlerweile ein Restaurant, einen kleinen Shop, eine Art Gallery und ein kleines Museum beherbergt.

wicked the musicalAm Freitagabend steht das Highlight des Trips an (auch wenn ich das zu jenem Zeitpunkt noch nicht wusste). Smart angezogen bewegte ich mich also in Richtung Victoria Station, wo ich im Apollo Victoria Theater Tickets für Wicked gebucht hatte. Und was für eine Vorstellung das war! Nichts hatte mich auf die Darbietung von Emma Hatton (als Elphaba Thropp) und Savannah Stevenson (als gute Hexe des Südens) über die Vorgeschichte der Bösen Hexe des Westens aus der Zauberer von Oz vorbereitet. Emma Hatton, ihrerseits Singer/Songwriter, liess Mitgefühl für die böse Hexe aufkommen, wie es wohl keine Zweite hingekriegt hätte und mit einer Stimme, die Ihresgleichen sucht, singt sie dem Publikum zu, das mit jeder Minute mehr zum Fan der “Wicked Witch of the West” wird. Noch nie hatte ich eine solche Darbietung erlebt und wünschte, sie hätte niemals aufgehört.

stonehengeDer Samstag war komplett einem Trip durch das englische Land gewidmet. Ein kurzer Abstecher zur Stonehenge, den bekanntesten Steinkreisen Englands, war der Auftakt einer Reise nach Bath, einer Stadt, die bereits von den antiken Römern aufgebaut wurde. Neben den Wohnungen um “The Crescent” und “The Circus” hat Bath sonst noch so einiges zu bieten (auch wenn die Aussicht aus den Quartieren mit den 4-Mio£-Wohnungen in Bath nur schwer zu verlassen ist). Nicht nur die Shoppingmeile High Street sondern auch der kleine Bath-Market warten mit einigen kleinen Schätzen auf. Auch wenn es während dieses Trips nur kleine Süssigkeiten und Tee in meine Einkaufstüte geschafft haben (hier kam mir die Idee für eine Einkaufstüte für Männer mit Stil – sie soll den Namen “Chopin Bag” tragen und mit einem Auszug der Noten von “Nocturnes” bedruckt sein).

Der Abend wurde mit Flavio in einem der ältesten Clubs in London durchgefeiert: dem Ministry of Sound. Dank einer Bekannten von einem früheren Trip in den Club war der Eintritt frei und der Abend in der VIP Lounge ein riesiger Erfolg (ein riesiges Dankeschön an Amanda an dieser Stelle).

Der Sonntag war dann eine eingeschränkte Reise mit dem Handgepäck zu den grösseren Bahnhöfen King’s Cross (bedeutend für die Harry Potter-Bücher) und Paddington Station (namensgebend für ein weiteres Buch meiner Kindheit: Paddington) und einem Essen bei einer Restaurantkette, die unter englischen Jugendlichen Kultstatus erreicht hat: Nando. Ein Restaurant, das beinahe seine komplette Menukarte mit Variationen von Poulet-Gerichten füllt. 

Leider waren auch diese vier Tage wieder zu kurz, jedoch gefüllt mit neuen Erfahrungen, die ich nie mehr vergessen werde.

Was habt ihr in London erlebt, was noch auf eine Liste für die nächste Reise in die britische Hauptstadt gehört? Oder möchtet ihr mehr Informationen zu einem der beschriebenen Orte? Dann schreibt uns bitte in den Kommentaren im Blog oder auf Facebook.

Cheers.

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